Buddhistische Tempel sind Orte der Spiritualität und Reinheit. Genauso wie sie uns begrüßen, sollten wir ihnen entgegnen und den nötigen Respekt zeigen. Damit einem aufregenden Tempelbesuch nichts mehr im Wege steht, gibt es einige Dinge zu beachten. Dieser Artikel zeigt die wichtigsten Verhaltensregeln und gibt Tipps für einen respektvollen Umgang.
Intention – Respekt & Offenheit
Der Buddhismus ist zwar keine Religion im herkömmlichen Sinne, dafür jedoch eine Weltanschauung, die Respekt, Ruhe und Offenheit voraussetzt. Bevor man Tempel oder Kloster betritt, sollte man sich klarmachen, an was für einen Ort man sich nun begibt. Für Millionen von Menschen spielt der Buddhismus eine enorme Rolle in ihrem Leben, ihren Gefühlen und ihrer Identität. Selbst, wenn man mit der philosophischen Strömung also überhaupt nichts anfangen kann, sollte man sich aus Respekt vor anderen Menschen an die Stimmung vor Ort anpassen.
Dazu gehört unvoreingenommen, mit der nötigen Zeit und ohne Druck anzukommen.
Genauso wichtig ist die Intention. Dazu können einige Fragen vor dem Besuch hilfreich sein. Was erwarte ich mir? Was kann ich davon lernen? Wie kann ich anderen damit helfen? Den Ort positiv und mit dem nötigen Respekt zu betreten, kann das Ereignis unfassbar lehrreich machen. Das beinhaltet auch das Verhalten gegenüber den Statuen und Gläubigen. Dementsprechend sollte man einen Tempel niemals alkoholisiert, abgelenkt oder aufgebracht betreten.
Der passende Kleidungsstil – Offene Haare und lange Ärmel
Grundsätzlich ist es wichtig, einen nicht zu freizügigen Kleidungsstil zu wählen. Feste Vorschriften gibt es jedoch keine. Die Haare können dabei so offen getragen werden, wie man sich wohlfühlt. Für gewöhnlich sind kurze Hosen und Röcke ungern gesehen. Ist das jedoch nicht anders möglich, da man sich gerade auf der Durchreise befindet, ist auch das kein Problem. Kopfbedeckungen können aus Respekt abgenommen werden. Für den Oberkörper gilt: T-Shirts sind in Ordnung, besser jedoch eignen sich langärmelige Oberteile. Frauen und Männer sollten zu tiefe Ausschnitte vermeiden und die Schultern stets bedeckt halten.
Das Wichtigste ist jedoch, beim Betreten die Schuhe auszuziehen. Üblicherweise zählen sie zu den schmutzigsten Dingen, die man bei sich trägt und so lässt man diese bei seinem Tempelbesuch im Eingang stehen. Wer während eines längeren Ausfluges einen Tempel besuchen möchte, sollte dies zuvor einplanen. Die Schuhe werden vor oder kurz nach der Eingangstür platziert, wobei man sich für gewöhnlich keine Sorgen machen muss, dass diese gestohlen werden.

Verhalten vor Ort – Respekt vor den Mönchen
Innerhalb des Tempels gilt der größtmögliche Respekt. Anderen Personen lässt man stets den Vortritt – egal ob es sich um Mönch, Kind oder einen anderen Touristen hält. Dabei vermeidet man das Sprechen so gut es geht. Natürlich darf man sich mit seinem Partner oder der Begleitung flüsternd austauschen – das alles geschieht jedoch im Rahmen. Fremde Personen werden nicht angesprochen; dazu zählen vor allem die Mönche und Mitarbeiter. Anders als im Westen üblich, gilt es auch Augenkontakt zu vermeiden. Dieser kann schnell als störend verstanden werden, und bringt die Gläubigen aus dem Konzept.
Vor allem für Frauen ist es wichtig, keine Mönche zu berühren. Sie haben einen Eid geschworen und häufig mit weltlichen Versuchungen zu kämpfen. Eine kleine Berührung kann den Mönch durcheinanderbringen und lang antrainierte Meditation und Selbstkontrolle stören. Dementsprechend sollten es besonders Frauen vermeiden in den Blickkontakt der Geistlichen zu treten und sich wenn möglich nicht direkt neben einen Mönch zu setzen. Geht dieser geradewegs auf einen Mann oder eine Frau zu, macht man ihm höflichst den Weg frei. Das alles gilt nicht, sollte er das Gespräch persönlich suchen und initiieren. Dann kann sich frei und unverfroren ausgetauscht werden.
Buddhistische Rituale – Kerzen & Kreisen
Ein schönes Ritual, das allen offensteht, ist das Kreisen. Gemäß der buddhistischen Tradition bewegen sich Gläubige in Kreisbewegungen durch den Tempel und um die Statuen herum. Wenn man beispielsweise eine Figur für sich entdeckt, zu der man eine tiefe Verbindung verspürt, kreist man im meditativen Gleichschritt im Uhrzeigersinn um sie herum. Das geschieht mit möglichst großer Ruhe und Sorgfalt. Dabei verspürt der ein oder andere ein glückliches Grundgefühl aufkommen. Traditionell wandern Buddhisten dreimal um die Statuen herum. Genauso lässt sich der ganze Tempelraum harmonisch erkunden – nämlich in einer kreisrunden Bewegung im Uhrzeigersinn.
Aus christlichen Kirchen kennen wir das Anzünden von Kerzen.
Butterlampen und kleine Lichter schaffen nicht nur eine unfassbar schöne Atmosphäre, sondern helfen uns auch dabei, uns auf das Wichtigste zu besinnen und an unsere Liebsten zuhause zu denken. Wer eine Kerze anzünden möchte, kann das jederzeit tun. Regulär wird dafür eine angemessene Spende erwartet.
Spenden – Ausdruck des Karmas
Das führt uns zum letzten Punkt. Hat man von seinem Tempelausflug profitiert – indem eine neue Kultur entdeckt, eine tiefere Verbindung zum Universum und sich selbst verspürt hat oder einfach nur eine schöne Zeit erlebt hat – wird erwartet etwas zurückzugeben. Als Tourist verfügt man meist über mehr Geld als die Menschen vor Ort. Nun hat man die Chance sich aufrichtig für seinen Besuch zu bedanken. Dazu reichen in der Regel ein paar Euro. Entsprechend des buddhistischen Karmas gleicht man damit die Ungerechtigkeit aus, die durch das bloße Inanspruchnehmen des Tempelbesuches entstanden ist. Man bedankt sich beim Tempel, seiner Weisheit und Schönheit und hält ihn mit einer Spende am Leben.
Fazit
Buddhistische Tempel sind Orte der Spiritualität und Reinheit. Ein respektvolles Verhalten ist nicht nur angebracht, sondern verbessert auch das eigene Erlebnis des Tempelbesuches. Mit der richtigen Kleiderwahl, ruhigem, respektvollen Umgang und einer kleinen Spende wird man diesem heiligen Ort gerecht.
