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Gibt es in Deutschland bald eine Zuckersteuer?

In einigen europäischen Ländern, darunter in Frankreich, Portugal und Finnland, gibt es bereits eine Zuckersteuer. Auch in Deutschland wird über die Einführung einer Zuckersteuer diskutiert. Das Ziel besteht darin, den gesundheitsschädlichen Zuckerkonsum einzuschränken. Deutschland liegt beim Konsum zuckerhaltiger Getränke weit vorn.

Hoher Konsum von zuckerhaltigen Getränken in Deutschland

Kaum ein Softdrink wie Limonade, Cola oder Energy Drinks enthält auf 100 Milliliter weniger als 6 Prozent Zucker. Einige dieser Getränke enthalten sogar 13 Prozent Zucker. Diese Softdrinks sind bei vielen Menschen aufgrund ihres süßen Geschmacks beliebt. Ein weiterer Grund für den hohen Konsum ist, dass sie preiswerter als Saft sind.

Nicht nur bei zuckerhaltigen Getränken ist der Konsum in Deutschland hoch. Der durchschnittliche Zuckerverbrauch pro Kopf und Tag liegt in Deutschland bei 90 Gramm. Empfohlen wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nur eine tägliche Menge von 50 Gramm Zucker.

Zuckerhaltige Erfrischungsgetränke wie Limonaden gelten als besonders problematisch. Die Konsumenten nehmen mit einem Schlag viel Zucker zu sich. Die Sättigungswirkung dieser Getränke ist gering.

Eine Zuckersteuer könnte nach Ansicht ihrer Verfechter den Zuckerkonsum reduzieren und das Risiko für Adipositas, Bluthochdruck, Diabetes und Fettleber verringern.

Geplant ist die Einführung der Zuckersteuer in Deutschland vorerst nur auf Softdrinks. Für diese Steuer wirbt ein Bündnis aus 46 Verbänden, zu denen Verbraucherorganisationen wie Foodwatch und die Bundesärztekammer gehören.

Wie eine Auswertung von Foodwatch zeigt, liegt Deutschland beim Konsum von zuckerhaltigen Getränken auf dem ersten Platz unter den zehn größten westeuropäischen Ländern. Pro Kopf und Jahr werden in Deutschland im Schnitt 125 Liter solcher Getränke konsumiert.

Die Zuckersteuer soll nicht nur den Konsum solcher Softdrinks einschränken. Gleichzeitig soll sie die Hersteller dazu bewegen, ihre Rezepturen hin zu einem geringeren Zuckergehalt zu ändern.

Beispiele für die Zuckersteuer in anderen Ländern

Mexiko nimmt eine Vorreiterrolle ein und hat bereits Anfang 2014 die Zuckersteuer auf Softdrinks eingeführt. Ziel war eine Änderung des Verbraucherverhaltens. Die Zahl der Menschen mit Adipositas stieg jedoch trotzdem an.

In Großbritannien wurde die Zuckersteuer im April 2018 auf Softdrinks mit einem Zuckergehalt von mehr als 5 Gramm auf 100 Milliliter eingeführt. Der Absatz von zuckerhaltigen Softdrinks ging in Großbritannien seit der Einführung der Zuckersteuer zurück. Allerdings wurde nicht das eigentliche Ziel erreicht, die Fettleibigkeit zu verringern. Die Übergewichtsrate ist laut National Health Service England (NHS) sogar gestiegen.

Zuckersteuer in anderen Ländern
Andere Länder haben bereits eine Zuckersteuer eingeführt Copyright: ©Vladimir #1257389076 – stock.adobe.com

Industrie als Gegner der Zuckersteuer

Diejenigen, die mit den Softdrinks Geld verdienen, lehnen die Einführung der Zuckersteuer auf Softdrinks ab. Die Sprecherin des Lebensmittelverbands Deutschlands, Manon Struck-Pacyna, begründet das damit, dass eine Zuckersteuer die Menschen nicht schlanker oder gesünder macht.

Vielmehr kommt es auf die Kalorienbilanz an. Für eine Gewichtszunahme sind nicht einzelne Lebensmittel oder Zutaten, sondern die Gesamtmenge der aufgenommenen Kalorien verantwortlich.

Manon Struck-Pacyna weist auf die 2019 verabschiedete nationale Reduktions- und Innovationsstrategie hin, die inzwischen beendet wurde. Verschiedene Branchen haben sich in der Strategie freiwillig zur Reduzierung des Zuckergehalts verpflichtet.

Mögliche Modelle für die Zuckersteuer in Deutschland

Karl Emmert-Fees von der Technischen Universität München hat zusammen mit seinen Kollegen anhand von zwei Modellen dargestellt, wie die Zuckersteuer aussehen könnte. Das Forscherteam hat die Auswirkungen dieser Modelle untersucht.

Das erste Modell ist eine Wertsteuer mit einem Preisaufschlag von 20 Prozent. Sie macht die Softdrinks teurer. Die Wissenschaftler priorisieren dieses Modell nicht, denn die Kunden zahlen. Das Kaufverhalten könnte sich damit verändern.

Der Zuckergehalt der Limonaden wird damit nicht automatisch verringert.

Das Forscherteam hält eine Herstellerabgabe für sinnvoller. Die Abgabe sollte umso höher sein, je höher der Zuckergehalt in einem Getränk ist. Hersteller könnten damit den Zuckergehalt in ihren Getränken verringern.

Für eine Herstellerabgabe spricht sich auch das Institut der deutschen Wirtschaft aus. Diese Abgabe könnte ökonomische Anreize schaffen, um weniger gesundheitsschädliche Produkte herzustellen. Auch eine Herstellerabgabe regelt nach Meinung der Ökonomen das Problem mit Übergewicht und Fehlernährung nicht im Alleingang.

Vorstoß der schleswig-holsteinischen CDU

Die CDU von Schleswig-Holstein brachte auf dem Bundesparteitag im Februar 2026 einen Antrag zur Einführung der Zuckersteuer ein. Sie forderte zusätzlich für den Kauf von Energy-Drinks eine Altersgrenze von 16 Jahren. Allerdings wurde dieser Antrag abgelehnt.

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