Viele Kinder wünschen sich ein Haustier, doch sollten Eltern diesen Wunsch nicht zu schnell erfüllen. Wichtig ist, dass das Kind echtes Interesse hat.
Ein Haustier kann für die gesamte Familie eine Bereicherung sein, wenn die Auswahl gut überlegt wird und das Kind Verantwortung übernimmt.
Anschaffung eines Haustiers gründlich überlegen
Bevor ein Tier ins Haus kommt, sollten Eltern überlegen, ob es sich nur um einen kurzzeitigen Wunsch oder um ernsthaftes, dauerhaftes Interesse handelt. Eltern sollten ihren Kindern daher vermitteln, dass ein Haustier mit ständiger Verantwortung verbunden ist.
Eltern sollten einschätzen, ob ihr Kind bereit ist, dauerhaft Verantwortung für ein Tier zu übernehmen. Da Haustiere 15 Jahre und älter werden können, bedeutet ein Haustier eine Entscheidung fürs Leben.
Es kommt darauf an, dass sich das Kind auch noch nach einigen Jahren um das Haustier kümmert.
Mit der Anschaffung eines Haustiers sollten alle Familienmitglieder einverstanden sein. Eltern sollten bedenken, dass Kinder schnell ihre Interessen wechseln und die Begeisterung für das Tier verlorengehen kann. Nur dann, wenn das Kind sich bereits über längere Zeit ein Haustier wünscht, sollte eines angeschafft werden.
Haustiere können für Kinder förderlich sein
Haben Eltern das Gefühl, dass ihr Kind ernsthaftes Interesse an einem Haustier hat und dass alle Voraussetzungen erfüllt sind, kann ein Haustier für das Kind förderlich sein. Die sozialen Bindungen des Kindes können durch das Zusammenleben mit einem Tier gestärkt werden. Kinder lernen, die Bedürfnisse anderer Lebewesen zu respektieren, feste Zeiten einzuhalten und Verantwortung zu übernehmen.
Wichtige Informationen über Tiere einholen
Bevor ein Haustier angeschafft wird, sollten sich Eltern genau informieren. Sinnvoll ist die Kontaktaufnahme mit erfahrenen Haustierbesitzern. Eltern sollten überlegen, ob ihr Kind bereits Erfahrungen im Umgang mit Tieren hat. Ein Vorteil ist, wenn das Kind bereits mit den Tieren von Freunden oder Verwandten in Berührung kommt oder wenn schon irgendwann ein Haustier gehalten wurde.
Kinder, die noch keine Erfahrungen mit Tieren haben, sollten vor der Anschaffung eines Haustiers vorsichtig an das Thema Tiere herangeführt werden.
So kann dem Kind vermittelt werden, dass ein Haustier mit regelmäßiger Arbeit verbunden ist.
Eltern können mit ihrem Kind auch ein Tierheim besuchen. Größere Kinder können bereits regelmäßig im Tierheim mithelfen oder mit Hunden spazieren gehen. Diese Erfahrungen erleichtern die Entscheidung für oder gegen ein Haustier.
Steht die Entscheidung für ein Haustier und eine bestimmte Art fest, müssen Informationen über diese Haustierart eingeholt werden. Die Tierschutzorganisation PETA stellt solche Ratgeber zu Haustieren bereit.

Wahl des passenden Tiers
Kinder wünschen sich häufig ein ganz bestimmtes Tier. Hunde und Katzen rangieren ganz oben auf den Favoritenlisten. Eltern sollten ihren Kindern vermitteln, dass Haustiere abhängig von ihrer Art unterschiedliche Bedürfnisse haben. Haustiere sind keine Kuscheltiere.
Wünscht sich ein Kind ein Tier zum Kuscheln, ist eine Katze gut geeignet. Sie gibt unmissverständlich zu verstehen, wenn sie genug von den Kuscheleinheiten hat.
Kaninchen sind zwar flauschig, doch sind sie nicht immer geeignet. Sie sind oft scheu und benötigen Rückzugsmöglichkeiten.
Der Tierschutzbund hält auf seiner Webseite umfangreiche Informationen über die verschiedenen Tierarten bereit und hilft bei der Entscheidung.
Auf artgerechte Haltung achten
Damit das Haustier wirklich eine Bereicherung ist, kommt es darauf an, dass es sich wohlfühlt. Eine artgerechte Haltung ist Voraussetzung dafür.
Für das Haustier muss genügend Platz vorhanden sein. Die Tiere müssen sich ausreichend bewegen können. Auch Nagetiere und Vögel benötigen Platz. Vögel sollten die Möglichkeit haben, im Zimmer herumzufliegen. Für Nagetiere wie Kaninchen oder Meerschweinchen ist ein Gehege im Freien von Vorteil, das sicher vor Füchsen und anderen Eindringlingen ist.
Neben genügend Platz benötigen Haustiere auch Pflege und Aufmerksamkeit.
Daher muss gewährleistet sein, dass genug Zeit für ein Tier zur Verfügung steht.
Schließlich kostet ein Tier auch Geld. Die erforderlichen finanziellen Mittel müssen vorhanden sein. Das betrifft nicht nur die Ausstattung und Futter, sondern auch Rücklagen für eventuell erforderliche tierärztliche Behandlungen. Das Internet informiert über die monatlichen Kosten für verschiedene Haustierarten.
Die Pflege des Haustiers sollte sorgfältig geplant werden. Je nach Art benötigen die Tiere mehr oder weniger Pflege. Katzen sind selbstbestimmt und erfordern weniger Planung. Anders sieht es bei Hunden aus, für die regelmäßige Gassizeiten eingeplant werden müssen.
Herkunft des Haustiers
Wenn ein Haustier angeschafft wird, kommt es auf die Herkunft an. Tiere aus dem Zoofachgeschäft sind keine gute Wahl, da sie dort oft in viel zu kleinen Käfigen gehalten werden und Stress ausgesetzt sind.
Auch Tiere von Züchtern sind nicht immer zu empfehlen. Modezüchtungen wie Perserkatzen oder Möpse mögen zwar niedlich anzusehen sein, doch leiden sie lebenslang unter den zu kurzen Atemwegen.
Tiere von Züchtern haben mitunter durch jahrzehntelange Überzüchtung massive Probleme entwickelt. Solche Probleme sind oft rassetypisch, beispielsweise eine Hüftdysplasie bei verschiedenen Hunderassen, und treten ab einem gewissen Alter auf. Ein Mischling kann eine gute Alternative zu einem reinrassigen Tier sein.
Eine gute Wahl sind Tiere aus dem Tierheim oder aus Tierschutzorganisationen. Die Tierheime oder Tierschutzorganisationen werden entlastet, während das Tier ein schönes Zuhause mit Liebe und Zuwendung bekommen kann.
Die Vorgeschichte von Tieren aus Tierheimen und Tierschutzorganisationen ist oft nicht bekannt. Tierheime ermöglichen den Interessenten, das Tier kennenzulernen, bevor sie es endgültig bei sich aufnehmen. Bei mehreren Besuchen im Tierheim können Familien das Wunschtier kennenlernen und sich dann entscheiden.
