Gartenbesitzer, die Selbstversorger sind, können Topinambur anbauen. Die zu den Sonnenblumen zählenden Pflanzen haben mit ihren gelben Blüten einen hohen Schmuckwert. Die essbaren Knollen sind vielseitig verwendbar und gesund. Empfehlenswert ist jedoch eine Wurzelsperre, da sich die Pflanzen schnell vermehren.
Was ist Topinambur?
Topinambur wird mitunter auch als Süßkartoffel bezeichnet, da die Pflanze ähnlich wie Kartoffeln Knollen bildet. In ihrem Geschmack sind die Knollen den Kartoffeln ähnlich. Topinambur hat seinen Ursprung wie die Kartoffel in Amerika. Im Gegensatz zur Kartoffel zählt Topinambur nicht zu den Nachtschattengewächsen, sondern zu den Korbblütlern.
Die sonnengelben Korbblüten von Topinambur sind kleiner als die von Sonnenblumen, doch dafür erscheinen sie üppiger.
Der lateinische Name Helianthus tuberosus und die Form der Blüten deuten bereits darauf hin, dass Topinambur zu den Sonnenblumen zählt.
Ursprünglich war Topinambur ein Grundnahrungsmittel, geriet jedoch in Deutschland in Vergessenheit, da die Knollen von den Kartoffeln verdrängt wurden. Die Pflanzen sind außerordentlich ertragreich.
Die von den indigenen Völkern in Nordamerika kultivierte Pflanze gelangte im 17. Jahrhundert nach Europa. Sie ist nahezu unverwüstlich. Da sie in früheren Zeiten aufgrund der hohen Erträge und der geringen Ansprüche an Standort und Pflege Menschen vor dem Hungertod bewahrt haben soll, wird sie auch als Weltuntergangsknolle bezeichnet.
Topinambur im Hinblick auf den Naturschutz
Topinambur ist robust und nahezu unverwüstlich. Ein entscheidender Vorteil besteht darin, dass die Pflanze für die meisten Tierarten uninteressant ist. Lediglich Wildschweine oder Wühlmäuse fressen von den Pflanzen.
Topinambur ist resistent gegen Pflanzenkrankheiten. Im Gegensatz zu Kartoffeln oder Tomaten wird die Pflanze nicht von Kraut- und Braunfäule befallen. Das liegt auch an der fremden Herkunft von Topinambur.
Mancherorts kann Topinambur aufgrund seiner Wuchs- und Vermehrungsfreudigkeit zum Problem werden. Das ist auch im heimischen Garten der Fall, wenn sich die Pflanze ohne eine Wurzelsperre stark ausbreiten kann. Schnell kann Topinambur verwildern.
Breitet sich Topinambur in der Nähe von Gewässern aus, können die Uferböschungen erodieren. In Deutschland und Österreich ist der Anbau nicht reguliert. Dennoch sollte die Pflanze nicht in der Nähe von Naturschutzgebieten oder Fließgewässern angebaut werden.

Wahl des geeigneten Standorts
Topinambur verfügt über Rhizome, die Ausläufer bilden und sich schnell verbreiten. Die Ausläufer lassen sich nur schwer vollständig entfernen. Daher ist es insbesondere in der Nähe zu Nachbargrundstücken wichtig, eine Wurzelsperre anzulegen. Eine Alternative ist der Anbau in großen Kübeln.
Topinambur bevorzugt einen sonnigen Standort, um viele Knollen auszubilden und zu kräftigen Pflanzen heranzuwachsen. Die Pflanzen können bis zu drei Meter hoch werden und sind daher auch gut als Sichtschutz geeignet. Der Boden sollte locker sein.
Anbau und Pflege von Topinambur
Um Topinambur zu pflanzen, muss der Boden frostfrei sein. Die Pflanzung kann von Februar bis Anfang Mai, aber auch von Oktober bis November erfolgen. Die Pflanze ist mehrjährig und daher als Permakultur geeignet. Daher sollten nach der Ernte immer ein paar Knollen im Boden verbleiben. Topinambur muss dann nicht mehr nachgepflanzt werden.
Die Knollen können im späten Frühjahr für ein schnelleres Wachstum auf dem Fensterbrett einige Tage auf einem Teller mit Wasser vorgetrieben werden. Der Gartenboden wird anschließend mit Kompost angereichert, um den Knollen die nötigen Nährstoffe zu bieten.
Die Knollen werden 10 bis 15 Zentimeter tief in einem Pflanzabstand von 30 bis 40 Zentimetern in die Erde gesetzt.
Nachdem die Erde angedrückt wurde, wird bewässert. Um die Knollenbildung zu fördern, können die jungen Triebe mit Erde angehäufelt werden.
Topinambur stellt keine hohen Ansprüche an die Pflege. Die Pflanzen sollten jedoch regelmäßig bewässert werden. Bei Kultur im Kübel können die Pflanzen hin und wieder gedüngt werden.
Die Pflanzen sollten an windigen Standorten gestützt und an Pfählen angebunden werden. Die Erträge lassen sich steigern, wenn im Spätsommer die Blüten entfernt werden.
Ernte von Topinambur
Topinambur ist zwar mehrjährig, doch der oberirdische, grüne Teil ist nicht winterhart. Im Herbst färbt sich das Laub braun und stirbt ab, dann ist Zeit für die Ernte. Pro Quadratmeter Boden können zwei bis drei Kilogramm der Knollen geerntet werden. Die Ernte sollte nach Bedarf erfolgen. In der Erde überdauern die Knollen auch bei tiefen Minusgraden. Im Kühlschrank können sie nur begrenzt gelagert werden.
Ähnlich wie Kartoffeln kann Topinambur mit der Grabegabel geerntet werden. Die Stängel werden abgeschnitten und können als Winterschutz über die verbleibenden Knollen gedeckt werden. Im Frühjahr werden sie kompostiert.

Sorten von Topinambur
Wer Topinambur anbauen möchte, kann mitunter frische Knollen beim Biobauern oder auf einem Wochenmarkt kaufen. Die Knollen werden aber auch in Onlineshops verschiedener Gärtnereien angeboten.
Die Knollen von Topinambur können rötlich, braun, aber auch fast weiß sein.
Sie sind umso aromatischer, je dunkler sie sind. Je nach Sorte können die Knollen länglich oder rundlich sein. Die Sorte „Gute Gelbe“ hat rundliche Knollen.
Als besonders ertragreich gelten die Sorten „Topstar“ und „Bianca“. Die Sorte „Weiße Trüffel“ zeichnet sich durch einen feinen Geschmack aus. Eher kleinwüchsig ist die Sorte „Dwarf“.
Verwendungsmöglichkeiten von Topinambur
Topinambur gilt als gesund. Die Knollen sind reich am präbiotischen Ballaststoff Inulin, der die guten Darmbakterien ernährt. Allerdings kann dieser Ballaststoff auch schnell zu Blähungen führen. Daher ist es sinnvoll, zunächst wenige Knollen zu probieren. Der Körper kann sich mit der Zeit auch an größere Mengen gewöhnen. Wer unter Fruktoseintoleranz oder Reizdarm leidet, sollte Topinambur nur in geringen Mengen verzehren.
Um Blähungen zu vermeiden, können die Knollen mit Kümmel zubereitet werden. Die Knollen können wie Kartoffeln geschält und in Salzwasser gekocht werden. Sie sind jedoch auch roh essbar. Werden sie mit einer Gemüsebürste gut geputzt, müssen sie nicht geschält werden.
