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Vögel vor Katzen schützen: Maßnahmen für Garten und Balkon

Katzen gehören zu den beliebtesten Haustieren in Deutschland. In deutschen Haushalten leben rund 15 bis 16 Millionen Katzen. Die Zahl verwilderter Hauskatzen wird von Tierschutzorganisationen auf mehrere Millionen geschätzt. Vögel gehören zum natürlichen Beutespektrum von Katzen. Freigänger können insbesondere in Siedlungsgebieten eine zusätzliche Belastung für Wildvögel darstellen. Mit verschiedenen Maßnahmen können Garten– und Katzenbesitzer Vögel vor Katzen schützen.

Gefahr für Vögel im Frühjahr

Katzen haben einen angeborenen Jagdinstinkt. Freigänger und streunende Tiere können daher zu einer Gefahr für Vögel, aber auch andere kleine Tiere wie Eidechsen oder Nager werden. Besonders gefährdet sind Jungvögel sowie Vogelarten, die am Boden brüten.

Das Frühjahr und der Sommer sind die Brut- und Aufzuchtzeit vieler Wildvögel. Die genaue Brutzeit unterscheidet sich jedoch je nach Vogelart. Einige Arten beginnen bereits im frühen Frühjahr mit der Brut, während andere bis in den Spätsommer Nachwuchs aufziehen. Viele dieser Vogelarten nisten in Gärten. Junge Vögel, die gerade erst ihre Flugversuche starten, sind für Katzen leichte Beute.

Die Anwesenheit von Katzen kann nicht nur für Jungvögel, sondern auch für die Elterntiere Stress bedeuten. Die Tiere können ihr Verhalten verändern und beispielsweise vorsichtiger bei der Nahrungssuche werden, wenn sich ein potenzieller Fressfeind in der Nähe befindet.

Jagdtrieb von Katzen

Katzen jagen nicht nur aus Langeweile. Ihr Jagdtrieb ist angeboren und gehört zu ihrem natürlichen Verhalten. Bei wild lebenden Katzen ist dieser Instinkt für die Nahrungssuche entscheidend. Hauskatzen sind jedoch durch die Versorgung mit Futter nicht auf die Jagd angewiesen und jagen häufig aufgrund ihres natürlichen Bewegungs- und Erkundungsverhaltens.

Die Katzen, die in den Haushalten leben, werden gefüttert. Sie jagen jedoch nicht nur, wenn sie von ihren Besitzern nicht genügend Futter bekommen. Mit der Jagd leben sie auch ihren angeborenen Spiel- und Bewegungstrieb aus. Jagdähnliche Beschäftigungen wie Spielen, Suchaufgaben oder Intelligenzspielzeug können Katzen geistig und körperlich auslasten, ohne dass sie tatsächlich Wildtiere erbeuten müssen.

Das Jagdverhalten vollständig abzuschalten ist nicht möglich, da es ein angeborener Bestandteil des Katzenverhaltens ist.

Durch eine abwechslungsreiche Haltung und ausreichend Beschäftigung lässt sich jedoch beeinflussen, wie stark Katzen ihrem Jagdtrieb nachgehen.

Jagdtrieb von Katzen
Katzen jagen nicht nur aus Langeweile. Ihr Jagdtrieb ist angeboren und gehört zu ihrem natürlichen Verhalten Copyright: ©farbkombinat #86301772 – stock.adobe.com

Was Katzenbesitzer zum Schutz von Vögeln tun können

Katzen beschäftigen und artgerecht auslasten

Damit Katzen ihren Spiel- und Jagdtrieb ausleben können, ist es sinnvoll, die Katze mehr zu beschäftigen und mit ihr zu spielen. Es gibt zahlreiche Spielzeuge für Katzen, die neugierig machen und den Spieltrieb fördern. Dazu gehört Intelligenzspielzeug. Verschiedene dieser Spielzeuge können mit Futter als Belohnung bestückt werden.

Auch regelmäßige Beschäftigung mit Suchspielen, Kletterangeboten und jagdähnlichen Spielen kann dazu beitragen, dass Katzen ausgelastet sind und weniger Gelegenheit zur Jagd auf Wildtiere haben.

Freigang während der Brutzeit einschränken

Katzenbesitzer können auch den Freigang ihrer Tiere einschränken. Besonders während der Brut- und Aufzuchtzeit vieler Wildvögel im Frühjahr und Sommer kann dies sinnvoll sein.

Eine pauschale Zeitspanne lässt sich jedoch nicht für alle Vogelarten festlegen.

Besonders in den frühen Morgenstunden und am Abend sind viele Vögel aktiv, sodass eine Einschränkung des Freigangs zu diesen Zeiten hilfreich sein kann.

Gesicherter Außenbereich für Katzen

Eine weitere Möglichkeit ist ein gesicherter Außenbereich wie ein katzensicherer Garten oder ein sogenanntes „Catio“. Dadurch können Katzen weiterhin Zeit im Freien verbringen, ohne Wildtiere zu gefährden.

Gesicherter Außenbereich für Katzen
Eine weitere Möglichkeit ist ein gesicherter Außenbereich wie ein katzensicherer Garten oder ein sogenanntes „Catio“ Copyright: ©PhotoChur #2060120540 – stock.adobe.com

Vögel im Garten schützen

Gartenbesitzer können, unabhängig davon, ob sie eine Katze haben, verschiedene Maßnahmen zum Schutz von Vögeln vor Katzen treffen.

Naturnaher Garten als Schutzraum für Vögel

Der Garten sollte möglichst naturnah gestaltet werden. Bäume und Sträucher bieten gute Verstecks- und Nistmöglichkeiten für Vögel und teilweise auch Nahrung. Gut geeignet sind Weißdorn, Sanddorn, Schlehdorn und Wildrosen. Büsche mit Dornen können eine natürliche Barriere darstellen und erschweren Katzen den Zugang zu bestimmten Bereichen.

Dabei sollte jedoch berücksichtigt werden, dass Katzen nur eine von mehreren Belastungen für Wildvögel darstellen. Der Rückgang vieler Vogelarten hängt vor allem auch mit dem Verlust geeigneter Lebensräume, dem Rückgang von Insekten sowie Veränderungen in der Landwirtschaft zusammen. Ein naturnaher Garten kann daher gleichzeitig Schutz, Nahrung und Lebensraum bieten.

Futterstellen katzensicher aufstellen

Futterhäuschen und Vogeltränken sollten von Büschen und anderen Klettermöglichkeiten so aufgestellt werden, dass Katzen sich nicht unbemerkt anschleichen können. Häufig wird ein Abstand von etwa zwei Metern oder mehr zu möglichen Verstecken empfohlen. Gleichzeitig benötigen Vögel in der Nähe ausreichend Deckungsmöglichkeiten, um sich bei Gefahr schnell zurückziehen zu können.

Kurz gemähte Rasenflächen bieten Vögeln und anderen Kleintieren weniger Schutz- und Versteckmöglichkeiten.

Auch für andere Wildtiere wie Eidechsen, Blindschleichen, Frösche oder Molche bietet kurzer Rasen keinen geeigneten Unterschlupf. Einen besseren Lebensraum bietet ein Ökogarten, der durch Vielfalt geprägt ist.

Nistkästen vor Katzen schützen

Wer Nistkästen für die Vögel bereitstellen möchte, sollte dafür Orte wählen, die für Katzen schwer erreichbar sind. Seitenäste, die sich mindestens zwei Meter über dem Boden befinden, sind ebenso geeignet wie glatte Fassaden. Je nach Vogelart und Standort sollten Nistkästen in der Regel etwa zwei bis vier Meter über dem Boden angebracht werden. An Bäumen sollten Nistkästen möglichst in einer katzensicheren Höhe angebracht werden.

Nistkästen sollten über ein glattes, steiles Dach verfügen, da Katzen dann weniger Halt finden. Nistkästen mit Marderschutz erschweren auch Katzen den Zugang. Bei solchen Nistkästen befindet sich ein Vorbau am Einflugloch, der den direkten Zugriff auf die Brut erschwert.

Katzenabwehrgürtel an Bäumen einsetzen

Katzenabwehrgürtel sind Manschetten aus Kunststoff oder Blech beziehungsweise Metall, die an Bäumen angebracht werden können, in denen Vögel nisten. Sie werden um den Stamm gelegt und sollen verhindern, dass Katzen am Stamm hochklettern können. Die genaue Breite solcher Manschetten hängt vom jeweiligen Modell ab und liegt häufig im Bereich von etwa 40 bis 60 Zentimetern.

Wichtig ist, dass Katzenabwehrgürtel korrekt angebracht werden und keine Schlupflöcher entstehen.

Außerdem sollten sie regelmäßig kontrolliert werden, damit der Baum nicht durch die Befestigung beschädigt wird.

Verpiss-dich-Pflanze als Katzenabwehr

Zusätzlichen Schutz vor Katzen bietet die Verpiss-dich-Pflanze, auch als Harfenstrauch bezeichnet. Die Pflanze (Plectranthus caninus) wird häufig als natürliches Mittel zur Katzenabwehr angeboten. Sie soll durch ihren Geruch Katzen fernhalten. Die tatsächliche Wirksamkeit ist jedoch wissenschaftlich nicht eindeutig belegt.

Die häufig genannte Reichweite der Katzenabwehr von zwei bis fünf Metern stammt vor allem aus Hersteller- und Verkaufsangaben und lässt sich nicht zuverlässig bestätigen. Manche Menschen können den Geruch der Pflanze wahrnehmen, während andere ihn kaum oder gar nicht bemerken.

Als alleinige Schutzmaßnahme gegen Katzen ist die Pflanze daher nicht ausreichend. Wirksamer sind vor allem eine katzensichere Gestaltung des Gartens, schwer erreichbare Nistplätze und geeignete Schutzvorrichtungen an Bäumen.

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