Ein intelligentes Zuhause, auch Smarthome genannt, schafft Komfort, da die Geräte miteinander vernetzt sind und von unterwegs über eine App gesteuert werden können. Solche Systeme erleichtern den Alltag, können Kosten sparen und zu mehr Sicherheit führen, doch können sie auch ein Sicherheitsrisiko darstellen.
Funktionsweise von Smarthome
Damit ein Smarthome funktioniert, müssen die verschiedenen Geräte wie Jalousien, Thermostate, Rauchmelder, Lampen oder Türschlösser miteinander vernetzt werden. Dazu werden zumeist Funkverbindungen wie WLAN oder Bluetooth genutzt. Die Steuerung erfolgt häufig zentral per App auf dem Smartphone, doch kann sie auch über Sprachassistenten oder intelligente Lautsprecher vorgenommen werden.
Risiken durch vernetzte Geräte bestehen, da die Steuerung teilweise über das Internet erfolgt.
Die Informationen werden häufig auch an die Server der Hersteller gesendet, die nicht immer ausreichend geschützt sind.
Die smarten Geräte können Informationen über die Nutzung und über die Gewohnheiten ihrer Nutzer direkt oder im Netzwerk speichern. Alle diese Daten stellen ein potenzielles Datenschutzrisiko dar.
Mit jedem neuen Gerät, das hinzugefügt wird, kann die Angriffsfläche zunehmen, da neue Schnittstellen durch Automatisierungen mit anderen Diensten oder mit der Sprachsteuerung entstehen. Solche Schnittstellen können Schwachstellen für die Sicherheit darstellen.
Risiko durch Hackerangriffe
Hackerangriffe stellen ein erhebliches Risiko für ein vernetztes Zuhause dar. Smarthome-Geräte sind vernetzt und kommunizieren oft über das Internet, wodurch sie grundsätzlich Ziel von Cyberangriffen werden können. Das Risiko ist unter anderem von der eingesetzten Software, den Sicherheitseinstellungen und der Aktualisierungsversorgung abhängig.
Bei unzureichend geschützten Geräten kann es vorkommen, dass Angreifer auf Kameras, Mikrofone oder andere sensible Funktionen zugreifen und dadurch Einblicke in das Privatleben der Besucher bekommen. Sie können die Daten für sich selbst nutzen oder an Kriminelle weiterleiten. Die Kriminellen können sich im Extremfall Zugang zum Haus oder zur Wohnung verschaffen und die Energieversorgung lahmlegen, wenn es sich um unzureichend geschützte Systeme handelt.
Mitunter werden Smarthome-Geräte unüberlegt gekauft, ohne die Sicherheit genügend zu berücksichtigen. In den Nutzerhandbüchern sind die Datenschutzrisiken oft nur unzureichend beschrieben. Die Geräte sind daher nicht sicher vor Angriffen. Wer solche Geräte kauft, sollte hinterfragen, wie einfach sie gehackt werden können.
Auch die Heimnetzwerke können unsicher sein. Angreifer können sich schnell einhacken, um an die Daten im Netzwerk zu gelangen. Unsichere Netzwerke können dazu führen, dass Cyberkriminelle die Nutzungsmuster für die Geräte verfolgen, insbesondere dann, wenn die Nutzer nicht daheim sind.
Die vernetzten Geräte sind vor allem dann in Gefahr, wenn sie über das Hauptkonto gesteuert werden. So können auch die privaten Informationen der Nutzer wie E-Mail-Accounts und schlimmstenfalls auch Bankkonten in die falschen Hände geraten.

Weitere Sicherheitsrisiken im vernetzten Zuhause
Verschiedene Geräte im vernetzten Zuhause, darunter Sprachassistenten, Kameras und App-Protokolle, erzeugen sensible Daten wie Bilder oder Bewegungsmuster. Oft sind die Datenschutzerklärungen unvollständig. Nutzer willigen bei Geräten von nichteuropäischen Herstellern in den Datentransfer in die Herstellerländer ein, was ein Problem darstellen kann.
Die Geräte von Smarthome unterliegen nicht nur dem Risiko von Hackerangriffen oder von der Abschöpfung von Daten. Ein Risiko besteht auch aufgrund von der Internetabhängigkeit. Bei Internetausfall können die Geräte ausfallen oder in ihrer Funktion eingeschränkt sein.
Eine Abhängigkeit besteht auch vom System, da die Geräte im Optimalfall miteinander kompatibel sind. Die Funktionsfähigkeit kann durch die spätere Integration weiterer Geräte eingeschränkt sein. Der herstellerübergreifende Standard Matter verbessert die Kompatibilität zwischen Geräten unterschiedlicher Hersteller inzwischen deutlich, wird aber nicht von allen (insbesondere älteren) Geräten unterstützt.
Stellt der Hersteller der Geräte keine Updates und keinen Support mehr bereit, können die Geräte oft nicht mehr genutzt werden. Sie sind in ihrer Funktion eingeschränkt oder fallen aus. Das ist insbesondere bei Billiggeräten der Fall.
Smarte Geräte können laut Hersteller ohne technische Vorkenntnisse genutzt werden. Da solche Geräte immer komplexer werden, kann jedoch schon ein kleiner Bedienungsfehler zu schwerwiegenden Schäden und Sicherheitsrisiken führen.
Risiken bestehen auch, wenn die Nutzer keine regelmäßigen Updates für ihre Smarthome-Systeme vornehmen oder nur schwache Passwörter benutzen, die leicht geknackt werden können. Das Verbrauchs- und Nutzungsverhalten, aber auch An- und Abwesenheitszeiten der Bewohner können von Kriminellen ausgespäht werden.
Im schlimmsten Fall können die Smarthome-Systeme von Fremden ferngesteuert werden, wenn die Daten von ihnen übernommen wurden.
Haben Smarthome-Systeme Vorteile für die Sicherheit?
Smarthome-Systeme können auch Vorteile für die Sicherheit haben. Smarte Überwachungskameras können die Daten auf das Smartphone senden.
Nutzer können schnell feststellen, ob ein Einbruch oder Einbruchsversuch stattgefunden hat.
Sicherheit können auch intelligente Schließsysteme gewährleisten. Sie können von unterwegs gesteuert werden. Ein Ersatzschlüssel ist nicht nötig und kann daher nicht von Einbrechern genutzt werden. Mit solchen Systemen kann der Zugang für vertrauenswürdige Personen geregelt werden.
Über eine App lässt sich auch kontrollieren, ob Fenster und Türen geöffnet oder geschlossen sind. Die Sicherheit kann von unterwegs gesteigert werden, indem Jalousien oder Beleuchtung über die App gesteuert werden. Sind die Nutzer nicht zu Hause, können sie damit Anwesenheit simulieren.
Mehr Sicherheit im Smarthome-Netzwerk
Um mehr digitale Sicherheit zu schaffen, ist es wichtig, das Smarthome-Netzwerk von anderen Netzwerken zu trennen. So können Kriminelle keine Daten über E-Mail-Account oder Bankverbindung auslesen. Für die smarten Geräte kann ein Gastnetzwerk eingerichtet werden. Die einzelnen Geräte können zwar gehackt werden, doch sind Bankkonten oder E-Mail-Account davon nicht betroffen.
Für das Smarthome-Netzwerk sollten sichere Zugriffs-, Kontroll- und Bereitstellungsdienste genutzt werden. Smartphone, Tablet, Computer, intelligente Lautsprecher und Internetrouter müssen geschützt werden, damit sie nicht gehackt werden können.
Alle Computer, Tablets und Smartphones sollten mit schwer zu knackenden Passwörtern geschützt werden. Helfen kann ein Passwortmanager. Um den Zugriff auf das Smartphone bei Abwesenheit zu vermeiden, sollte eine Bildschirmsperre genutzt werden.
Das Hauptkonto auf dem Computer sollte nicht über einen Administrator- oder Stammzugriff verfügen. Der Handlungsspielraum für einen Hacker wird dadurch eingeschränkt, da er keine Administratorberechtigung hat.
Für den Router sollten der standardmäßige Nutzername und das Passwort geändert werden, damit Hacker nicht anhand von Gerät oder Netzwerk die Anmeldedaten ermitteln können. Ein sicheres Netzwerk lässt sich mit einer WPA-Authentifizierung schaffen (bei einem modernen Router sollte möglichst WPA3 verwendet werden, WPA2 kann ansonsten ebenfalls weiterhin angemessen sein). Hat der Router keine ausreichenden Sicherheitsfunktionen, sollte er durch ein Gerät ersetzt werden, das sicherer ist.
Firewalls sollten auf dem Router und allen Computern genutzt werden. Eine Firewall ist bei den meisten Routern bereits vom Hersteller integriert. Sie ist in der Regel werkseitig aktiviert. Benutzer sollten lediglich prüfen ob sie nicht versehentlich deaktiviert wurde.
Auf dem Computer und dem Smartphone sollte eine starke Sicherheitssoftware genutzt werden, um Viren zu erkennen und zu bekämpfen. Neue Updates müssen regelmäßig installiert werden.
Da Smarthome auch von unterwegs auf mobilen Geräten genutzt werden kann, sollte bei der Nutzung eines öffentlichen WLANs auf eine verschlüsselte Verbindung geachtet werden. Sie verhindert, dass Hacker ins Netz gelangen. Wer regelmäßig öffentliche Netzwerke nutzt, sollte ein VPN verwenden.
